

Schlucken ist eine Funktion, die wir oft als selbstverständlich ansehen. Für viele Menschen wird diese natürliche Funktion jedoch zur Herausforderung. Eine Schluckstörung, auch Dysphagie genannt, kann den Alltag erheblich beeinträchtigen. Sie tritt häufig nach neurologischen Erkrankungen wie einem Schlaganfall sowie bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson auf.
In diesem Artikel möchten wir einen Überblick darüber geben, was eine Schluckstörung ist, wodurch sie verursacht wird und wie wir Dysphagie in unserer Klinik behandeln.
Dysphagie bezeichnet eine Schluckstörung. Normalerweise erfolgt das Schlucken mühelos und unbewusst, kann aber durch neurologische Beeinträchtigungen gestört werden. Dabei arbeiten mehrere Muskelgruppen zusammen, um Nahrung und Flüssigkeit sicher vom Mund in den Magen zu transportieren. Betroffene haben möglicherweise Schwierigkeiten beim Essen oder Trinken. Der Schluckvorgang kann unsicher, unregelmäßig oder sogar gefährlich werden, wenn Flüssigkeiten oder Nahrung in die Atemwege gelangen und diese verstopfen.
Der Schluckvorgang ist ein fein abgestimmtes Zusammenspiel von Muskeln und Nerven im Mund- und Rachenraum. Störungen dieses Systems können zu Schwierigkeiten beim ausreichenden Kauen oder sicheren Schlucken von Nahrung führen. Die Ursachen von Schluckstörungen sind vielfältig. Sie treten häufig als Folge neurologischer Erkrankungen auf, wie zum Beispiel:
Schluckstörungen äußern sich oft durch das Gefühl, dass Nahrung oder Flüssigkeit im Hals stecken bleibt, häufiges Würgen, Husten während oder nach dem Essen sowie wiederkehrende Lungenentzündung.
Die Diagnose wird von unseren Logopäden mittels spezieller Tests wie der fiberoptischen endoskopischen Schluckuntersuchung (FEES) durchgeführt. Diese ermöglicht eine visuelle Untersuchung der Anatomie und Funktion des Schluckvorgangs, insbesondere des Rachens und des Kehlkopfes.
Das größte Risiko bei Dysphagie ist die Aspiration, also das Eindringen von Nahrung oder Flüssigkeit in die Atemwege. Je nach Ausmaß kann dies zu einer Lungenentzündung oder einer lebensbedrohlichen Atemwegsverlegung führen. Zudem sind Mangelernährung und Dehydrierung häufige Folgen, da Betroffene oft weniger essen und trinken, um Schluckbeschwerden zu vermeiden.
In unserer Klinik arbeiten wir in einem interdisziplinären Team, um betroffene Personen frühzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln, damit ihre Schluckfähigkeit vollständig wiederhergestellt oder verbessert wird.
Die Sprachtherapie ist ein zentraler Bestandteil unseres Ansatzes. Mithilfe spezieller Übungen trainieren wir gezielt die für das Schlucken verantwortlichen Muskeln und helfen den Patienten, ihre Schluckstörung sicherer zu bewältigen.
Die Anpassung der Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung. Unsere Ernährungswissenschaftler ermitteln anhand der IDDSI-Kriterien (International Dysphagia Diet Standardisation Initiative) die benötigte Konsistenz der Nahrung. Je nach Schweregrad der Schluckstörung kann es notwendig sein, Speisen und Flüssigkeiten anzudicken oder zu pürieren, um das Schlucken zu erleichtern und das Erstickungsrisiko zu verringern. In schwereren Fällen, wenn die orale Nahrungsaufnahme stark eingeschränkt ist, kann eine vorübergehende Ernährung über eine Magensonde erforderlich sein.