Fokussierter
Ultraschall

Mit HiFUS setzen wir gebündelte Ultraschallwellen präzise gegen bestimmte Erkrankungen des Gehirns ein – etwa bei essenziellem Tremor, Parkinson oder anderen Bewegungsstörungen. Ohne Öffnung der Schädeldecke, ohne Schädigung des umliegenden Gewebes.

Fokussierter Ultraschall (HiFUS), was ist das?

Liebe Leserinnen und Leser: Die hier zusammengestellten Inhalte dienen ausschliesslich Ihrer allgemeinen Orientierung und sind kein Ersatz für ein persönliches bzw. therapeutisches Gespräch. Bei Fragen melden Sie sich jederzeit gerne direkt bei uns.

Beim fokussierten Ultraschall – korrekt bezeichnet als hochintensiver fokussierter Ultraschall (HiFUS) – handelt es sich um ein modernes Verfahren zur Behandlung von Hirnerkrankungen. Dabei werden Schallwellen gebündelt und exakt auf eine definierte Region im Gehirn ausgerichtet. Begriffe wie FUS oder MRgFUS (MR-gestützter fokussierter Ultraschall) begegnen Ihnen in diesem Zusammenhang ebenfalls – sie bezeichnen alle dasselbe Verfahren. Anders als bei klassischen neurochirurgischen Operationen muss die Schädeldecke hierfür nicht geöffnet werden.

Die innovative HiFUS-Technologie setzt die Energie der Ultraschallwellen ein, um kleine Areale im Gehirn punktgenau zu behandeln – das umliegende gesunde Gewebe bleibt dabei unversehrt.

Anwendungsgebiete HiFUS

Der Fokussierte Ultraschall kommt bei einer Reihe neurologischer Krankheitsbilder zum Einsatz:

  • Essenzieller Tremor:
    Nicht steuerbares Zittern der Hände, häufig bei alltäglichen Bewegungen
  • Parkinson-Tremor:
    Zittern als Symptom der Parkinson-Krankheit 
  • Parkinson-Erkrankung:
    Behandelbar sind unterschiedliche, meist vorwiegend auf einer Körperseite auftretende Beschwerden (verminderte oder gesteigerte Beweglichkeit, Muskelsteifigkeit)
  • Bewegungsstörungen:
    Unwillkürliche Bewegungen verschiedenster Ausprägung
  • Neuropathische Schmerzen:
    Dauerhafte Schmerzzustände infolge von Nervenschädigungen 

Was passiert bei der Fokussierten Ultraschall Behandlung?

  • Ultraschallwellen sind Schallwellen, die jenseits der menschlichen Hörschwelle liegen und daher nicht wahrgenommen werden
  • Während der Behandlung werden mehrere Hundert einzelne Ultraschallwellen exakt auf einen kleinen Zielpunkt im Gehirn ausgerichtet
  • Dort, wo die Schallwellen zusammenlaufen, erwärmt sich das Gewebe lokal auf rund 60 °C
  • Diese Wärmeentwicklung bewirkt eine kontrollierte, punktgenaue und bleibende Ausschaltung der Nervenzellen im Zielgebiet, das lediglich wenige Millimeter gross ist
  • Das angrenzende Gewebe bleibt davon unberührt

Funktionsweise HiFUS und Ablauf der Behandlung

  • Die eigentliche Behandlung dauert in der Regel etwa zwei bis vier Stunden.

  • Zu Beginn wird der rasierte Kopf in einem speziellen stereotaktischen Rahmen fixiert, um die Ultraschallwellen präzise ausrichten zu können. Dies erfolgt mit einer lokalen Betäubung an vier Punkten.

  • Im Anschluss wird ein MRI durchgeführt, um den genauen Zielbereich im Inneren des Gehirns zu bestimmen.
  • Während der eigentlichen Behandlung bleibt die Patientin bzw. der Patient wach und kann mit den Ärztinnen und Ärzten sprechen.

  • Die Vitalzeichen (Herzfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffgehalt im Blut) werden während der Behandlung durchgehend überwacht. 

  • Zunächst wird eine Testerwärmung durchgeführt, bei der die Temperatur im Gewebe nur leicht auf ca. 41–43 °C erhöht wird.
  • Fällt das Ergebnis zufriedenstellend aus, wird das Zielgebiet weiter auf 56–58 °C erwärmt, wodurch ein kleines Areal von etwa 2 mm Durchmesser endgültig ausgeschaltet wird.

  • Die Wirkung tritt bei essentiellem Tremor  und Parkinson sofort ein, während sich die Symptomlinderung bei neuropathischen Schmerzen über Wochen bis Monate schrittweise entwickelt.

Vorteile gegenüber herkömmlichen Verfahren

Die Behandlung mit Fokussiertem Ultraschall bietet im Vergleich mit herkömmlichen neurochirurgischen Verfahren folgende Vorteile:

  • Keine Operation nötig: Die Schädeldecke wird nicht geöffnet
  • Keine Strahlenbelastung
  • Kurzer stationärer Aufenthalt
  • Geringe Komplikationsrate
  • Schnelle Erholung
  • Präzise Wirkung und kontinuierliche MRT-Überwachung
  • Sofortige Symptomkontrolle, Behandlungserfolg unmittelbar feststellbar

Mögliche Risiken

Die möglichen Nebenwirkungen einer MRgFUS-Behandlung sind meist mild und häufig vorübergehend.

Dazu gehören:

  • Gangunsicherheit oder Gleichgewichtsstörungen, die meist innerhalb weniger Tage bis Wochen wieder abklingen
  • leichte Kopfschmerzen oder Müdigkeit nach der Behandlung
  • ein Schwellungs- oder Spannungsgefühl am Kopf durch die Fixierung, das in der Regel innerhalb weniger Stunden nach Entfernung des Rahmens abklingt
  • Übelkeit oder Schwindel während der Behandlung oder kurz danach
  • Nachblutungen (sehr selten)
  • Gefühlsstörungen wie Taubheitsgefühle oder Kribbeln an Händen oder im Gesicht, abhängig vom gewählten Zielpunkt
  • vorübergehende Sprachstörungen, die sehr selten auftreten

In sehr seltenen Fällen können dauerhafte Nebenwirkungen auftreten, wenn umliegendes Gewebe durch die Behandlung beeinträchtigt wird.

Häufig gestellte Fragen

Die Behandlung selbst empfinden die meisten Patient:innen nicht als schmerzhaft. Gelegentlich kann ein leichtes Wärmegefühl auftreten.

Beim Grossteil der Patient:innen tritt eine Verbesserung unmittelbar nach der Behandlung ein. Die volle Wirkung kann sich über mehrere Wochen entwickeln.

Nein, für die HiFUS-Behandlung ist eine komplette Rasur der Kopfhaare erforderlich. Bei der Behandlung wird der Helm mit den Ultraschallquellen mit Wasser gefüllt. Eine Membran dichtet den Helm ab, so dass das Wasser zwischen der Innenseite des Helms und Ihrem Kopf zirkuliert. Wenn die Haare nicht rasiert sind, verfangen sich bereits in Haarstoppeln Luftbläschen. Diese Luft würde die Ultraschallwellen abschwächen. cereneo bietet für diese Sorge einen Friseur-Partner, der Sie bereits im Vorfeld gerne berät und mögliche Zwischenlösungen mit Ihnen bespricht.

In der Regel dauert die HiFUS-Behandlung zwischen 2 und 4 Stunden, wovon ein grosser Teil im MRT stattfindet, wo die Ultraschallbehandlung überwacht wird.

Da die Behandlung zwingend im MRT stattfindet, kann sie bei Angst vor engen Räumen herausfordernd werden. Die Einnahme von Beruhigungsmitteln ist eingeschränkt, da diese Tremor und andere Symptome beeinflussen können und eine sichere Behandlung so erschweren. Unsere erfahrenes Behandlungsteam bespricht gerne individuell mit Ihnen, ob sich Lösungen für Ihre besondere Situation finden lassen.

Bei implantierten Herzschrittmachern kann die Behandlung nur dann durchgeführt werden, wenn sowohl Herzschrittmacher als auch die Elektroden für MRTs zugelassen sind. Im Falle, dass Sie einen implantierten Herzschrittmacher haben, ist die Zusendung einer Ausweiskopie samt zugehöriger Unterlagen erforderlich.

Die Voruntersuchungen vor der Behandlung führen wir bei uns in der cereneo Klinik durch. Wir benötigen von Ihnen also insbesondere Dokumente zu Ihren Begleiterkrankungen und eingenommenen Medikamenten. Vor einer Behandlung fertigen wir ein MRT des Kopfes und eine besondere Computertomografie des Kopfes an. In einer neurologischen Untersuchung dokumentieren wir den Schweregrad Ihrer Symptome. Sollten wir feststellen, dass bei Ihnen als Alternative zur Behandlung mit dem fokussiertem Ultraschall auch gute Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung ganz ohne Eingriff, nur mit Medikamenten, besteht, würden wir dies vorab mit Ihnen angehen. Zur Abschätzung der Verträglichkeit und Risiken sind auch eine neuropsychologische und eine psychiatrische Beurteilung vorab erforderlich.

Grundsätzlich wird die Behandlung in der Schweiz von den Krankenkassen übernommen. Da wir eine Privatklinik sind, müsste dies individuell mit Ihrer Krankenkasse abgeklärt werden.

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