Dr. Johanna Klar arbeitet seit Oktober 2021 als Neuropsychologin bei cereneo. In ihrem Master und Promotion in Psychologie hat sie sich im Bereich der Neurowissenschaften vertieft. Ihr ist wichtig, dass die klinische Diagnostik und Therapie sehr eng mit der Forschung verknüpft ist. Bei cereneo kann Johanna ihre klinische und forscherische Tätigkeit, durch die direkte Anbindung der Forschung, optimal kombinieren. Der Austausch zwischen Forschung und Praxis ist so wichtig, weil genau das, die Neuropsychologie voran bringt und die Patient:innen bei Ihren Therapien von den neuesten Erkenntnissen profitieren können.
Was ist Neuropsychologie?
Die Neuropsychologie beschäftigt sich mit den Funktionen des Gehirns wie z.B. der Aufmerksamkeit, dem Gedächtnis oder der visuellen Wahrnehmung. Neuropsycholog:innen untersuchen, wie sich Gehirnfunktionen auf das Verhalten und die Denkfähigkeit auswirken insbesondere bei Veränderungen oder beeinträchtigten Funktionen infolge eines Unfalls, einer Krankheit oder anderer Ursachen. Die Neuropsycholog:innen helfen dabei, die Auswirkungen von beeinträchtigten Gehirnfunktionen zu verstehen und Therapiepläne zu entwickeln, um Menschen bei der Bewältigung von kognitiven Einschränkungen und Verhaltensverändungen zu unterstützen.
Was sind typische Einsatzgebiete für die Neuropsychologie?
Die Neuropsychologie ist ein essentieller Bestandteil in der Neurorehabilitation, z.B. nach einem Schlaganfall, bei Parkinson, Multiple Sklerose oder anderen neurologischen Erkrankungen. Neuropsycholog:innen findet man aber auch in neurologischen Kliniken wie z.B. Memory-Kliniken, wo es um die Abklärung und Behandlung von Demenz geht.
Eine der Hauptaufgaben von Neuropsycholog:innen ist das Ausmass von kognitiven Defiziten zu ermitteln und aktuelle Ressourcen zu identifizieren. Dies kann im Rahmen eines Rehabilitationsaufenthaltes sein oder auch vor Operationen am Gehirn, z.B. bei Parkinson für den Einsatz eines Deep Brain Stimulators oder bei Epilepsie.
Weitere Einsatzgebiete sind die Abklärung von Lernschwierigkeiten wie Legasthenie und Dyskalkulie oder auch ADHS bei Kindern, in ambulanten Praxen, in Psychiatrien und in der Forschung.
Die Neuropsychologie ist ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation bei neurologischen Erkrankungen. Was sind hier genau die Aufgaben?
Den Grundstein legen wir mit einer ausführlichen Diagnostik. Dabei geht es darum, Probleme zu identifizieren, die auf den ersten Blick vielleicht nicht erkennbar sind, aber auch vorhandene Ressourcen zu ermitteln. Dazu gehören Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentration, Exekutivfunktionen, visuelle Wahrnehmungsstörungen und emotionales Befinden.
Wir führen eine ausführliche Anamnese durch, dabei sind oft auch die Angehörigen involviert. Hier geht es vor allem darum, herauszufinden welche Einschränkungen im Alltag wahrgenommen werden. Nach der Analyse der Ergebnisse besprechen wir diese mit den Patient:innen, um gemeinsame Ziele für die Therapie festzulegen.
Wie sehen diese Ziele aus?
Diese sind sehr unterschiedlich: vom Wiedereinstieg ins Arbeitsleben bis zu 10 Minuten konzentriert und wach bleiben oder wissen welcher Tag heute ist.
Je nach Zielsetzung passen wir die Therapieintensität an. Unser oberstes Ziel als Neuropsycholog:in ist immer die Restitution, also die Wiederherstellung der beeinträchtigten Funktionen. Sind Patient:innen sehr schwer betroffen, oder das Ende der stationären Reha steht bevor, schauen wir uns auch mögliche Kompensationsstrategien an und schulen Angehörige, um Patient:innen ein Höchstmass an Unabhängigkeit und Selbständigkeit im Alltag zu Hause zu ermöglichen. Im Idealfall begleiten wir die Patient:innen nach ihrer Rückkehr in ihr gewohntes Umfeld weiter mit Online Therapie. Dadurch können wir die Therapie aus der Klinik fortsetzen und die Genesung weiter vorantreiben.
Welche Therapiemöglichkeiten werden dabei eingesetzt?
Bei cereneo arbeiten wir evidenzbasiert. Das heisst, wir beschäftigen uns mit den aktuellsten Forschungsergebnissen und Leitlinien und passen unser Therapiekonzept entsprechend an. Unsere Therapien sind immer sehr individuell auf die Patient:innen zugeschnitten. Wir arbeiten mit speziell entwickelten Computerprogrammen, nutzen aber auch neuste technische Möglichkeiten wie non-invasive Hirnstimulation (tDCS) oder einen Fahrsimulator. Dabei achten wir bei der Auswahl auch auf die Ressourcen und die Interessen der Patient:innen. Die Therapie soll Spass machen, damit die Patient:innen motiviert sind, ihre Ziele zu erreichen.
Was macht für dich die Arbeit bei cereneo aus?
Dass wir genug Zeit für die Patient:innen haben und auch bei schwer eingeschränkten Patient:innen versuchen das Maximum zu erreichen. Das ist zum einen möglich, weil Patient:innen eine sehr hohe Therapiefrequenz mit bis zu 3 Therapien Neuropsychologie pro Tag erhalten können, aber auch weil wir nach individuellen Lösungen für die Patient:innen suchen und häufig versuchen das Unmögliche möglich zu machen.
Zum anderen auch, dass wir im ständigen Austausch mit den anderen Therapeut:innen, Ärzt:innen und Pflegekräften stehen. Häufig führen wir auch Co-Therapien z.B. mit der Physiotherapie durch. Dabei kann während der Bewegungsübung noch eine zusätzliche Aufgabe zur Aufmerksamkeit mit eingebaut werden.







