

Wenn es um Physiotherapie geht, haben die meisten Menschen sofort ein bestimmtes Bild im Kopf, aber wenn es um Ergotherapie geht, wissen sie nicht, was hinter dieser Disziplin steckt, die für die Rehabilitation so wichtig ist.
Die Ergotherapie konzentriert sich in erster Linie auf die Handlungsfähigkeit des Menschen und trägt zur Verbesserung der Gesundheit und der Lebensqualität bei. Ihr Hauptziel ist es, Menschen die Möglichkeit zu geben, wieder am Alltag und an der Gesellschaft teilzunehmen, was ihnen beispielsweise durch einen Unfall oder eine Krankheit nicht mehr möglich war.
Zu den konkreten Aufgaben eines Ergotherapeuten gehören:
Bei cereneo ist die Ergotherapie fester Bestandteil des täglichen Therapieablaufs der Patienten. Stefan Ortmann arbeitet seit 2021 als Ergotherapeut bei cereneo Die Aufgaben von Ergotherapie und Physiotherapie überschneiden sich im Klinikalltag häufig.
Wie sieht der Arbeitsalltag eines Ergotherapeuten in einer Klinik aus?
In den meisten Einrichtungen liegt der Schwerpunkt der Therapiesitzungen auf den oberen Extremitäten, um die Arm- und Handfunktion im Alltag zu verbessern, während sich Physiotherapeuten primär auf die unteren Extremitäten und damit auf Gang- und Gleichgewichtstraining konzentrieren. Bei cereneo verzichten wir auf diese strikte Trennung. Der Patient wird ganzheitlich betrachtet und behandelt.
Gibt es auch Unterschiede zwischen Ihrer Arbeit in der Klinik und der eines Physiotherapeuten?
Der größte Unterschied besteht darin, dass sich das Training oft um das Wiedererlernen alltäglicher Fertigkeiten und Aufgaben dreht, wie zum Beispiel die Morgenhygiene mit Waschen und Zähneputzen, aber auch das Anziehen und Frühstücken. Wir möchten unseren Patienten ihre Selbstständigkeit zurückgeben, damit sie nach ihrer Rückkehr nach Hause so viele Aktivitäten wie möglich ohne Hilfe ausführen können.
Psychosoziale Aspekte spielen auch in der Ergotherapie eine wichtige Rolle. Dabei geht es darum, das Umfeld, wie die persönliche Wohnsituation und die Familie, mit einzubeziehen. In der Ergotherapie untersuchen wir daher auch die Gründe für das Verhalten eines Patienten und dessen Auswirkungen. Patienten isolieren sich oft, weil sie Angst vor den Reaktionen ihres Umfelds haben. Gemeinsam erarbeiten wir Strategien, um dies zu verhindern.
Sie haben bereits viel Erfahrung als Ergotherapeutin gesammelt und zudem einen Masterabschluss in Neurorehabilitation erworben. Was schätzen Sie an Ihrer Arbeit hier?
In den Kliniken, in denen ich zuvor gearbeitet habe, kam ich mit verschiedenen neuen Technologien zu tun. Hier bei cereneo verfügen wir über eine Vielzahl modernster Therapiegeräte, mit denen wir verlorene Fähigkeiten wiederherstellen können. Wir haben außerdem den Vorteil, mehr Zeit für jeden einzelnen Patienten zu haben und können daher die individuellen Defizite viel gezielter angehen als beispielsweise in einer Gruppentherapie. Unser Ziel ist es, so viele körperliche Funktionen wie möglich wiederherzustellen, damit der Patient seine Selbstständigkeit im Alltag zurückgewinnt.
Was macht Ihre Arbeit bei cereneo so besonders?
Ich schätze es sehr, dass wir eine relativ kleine Klinik sind und dadurch der direkte und kontinuierliche Austausch mit Ärzten und anderen Fachrichtungen ermöglicht wird. Das erleichtert und optimiert die Arbeit. Man kommt auch mit ganz unterschiedlichen Berufsgruppen in Kontakt, beispielsweise bei internen Veranstaltungen, weil die Atmosphäre sehr persönlich und familiär ist.
Die Arbeit mit einem internationalen Kundenstamm macht die Tätigkeit bei cereneo sehr spannend. Und die fantastische Lage direkt am See ist natürlich unschlagbar.
Wie arbeitet ihr als Team zusammen?
Ich sehe uns als ein Team von Rehabilitationstherapeuten, das den Patienten als Ganzes betrachtet und nicht zwischen den Extremitäten unterscheidet. Wir gehen auf die individuellen Bedürfnisse ein, abhängig vom klinischen Bild, denn letztendlich geht es um die Genesung des Patienten. Natürlich gibt es Bereiche, in denen die Expertise von Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten gefragter ist.