Presicion Neurorehabilitation oder Präzisionsneurorehabilitation: Was bedeutet das eigentlich?

In der modernen Medizin geht der Trend immer mehr weg vom „Schema F“ hin zu einer individuell angepassten Behandlung. Besonders in der Neurorehabilitation, also der Therapie nach Erkrankungen wie Schlaganfällen oder anderen neurologischen Problemen, kann das ein grosser Vorteil sein. Doch was genau steckt dahinter? Wir erklären es einfach und verständlich. 

Warum braucht es Neurorehabilitation? 

Viele Menschen weltweit sind von neurologischen Erkrankungen betroffen – etwa durch Schlaganfälle, Parkinson oder Multiple Sklerose. Auch nach einem Unfall mit einer traumatischen Hirnverletzung hilft die Neuroreha betroffenen Menschen, wieder möglichst selbstständig zu werden und vorrübergehend eingeschränkte Funktionen wiederzuerlangen. Doch nicht jede Therapie wirkt bei jedem gleich gut. 

Was ist „Precision Medicine“? 

„Precision Medicine“ – oder auf Deutsch: präzise oder personalisierte Medizin – bedeutet, dass Behandlungen genau auf die einzelne Person abgestimmt werden. Dabei werden Informationen über den Körper (z.B. Gene), den Alltag und das Umfeld der Patient:innen berücksichtigt. So soll die beste Therapie zur richtigen Zeit gefunden werden. 

Was heisst das für die Neurorehabilitation? 

In der Neurorehabilitation bedeutet das: 

  • Bewegungen werden mit Sensoren gemessen, z.B. mit Armbändern, die zeigen, wie oft sich jemand im Alltag bewegt. 
  • Diese Daten helfen, den Therapieverlauf besser zu verstehen. 
  • Die Therapie kann so genauer angepasst werden – zum Beispiel mit individuellen Rückmeldungen in der Therapie. 

Ein Beispiel: Eine Patientin mit Gleichgewichtsproblemen erhält über Kopfhörer eine Rückmeldung, wenn sie ihre Haltung verbessert. Sogar Lieblingsmusik kann als Belohnung abgespielt werden! 

Was passiert mit all den Daten? 

Die gesammelten Informationen helfen nicht nur im Alltag, sondern auch der Forschung. Mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) kann man zum Beispiel bessere Prognosen abgeben, wie gut jemand sich erholen wird – und welche Behandlung am meisten hilft. 

Was ist noch wichtig? 

Damit präzise Neurorehabilitation funktioniert, braucht es: 

  • Gut geschultes Personal 
  • Eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachrichtungen 
  • Moderne Technik und Offenheit für Neues 

Präzisionsrehabilitation bei cereneo 

Bei cereneo erhalten Patient:innen einen personalisierten Therapieplan abgestimmt auf ihre Defizite und Ziele. Dieser Plan wird zu Beginn auf Basis eines Eintrittsassessments durch unser interdisziplinäres Team erstellt. Im weiteren Verlauf des Rehabilitationsaufenthaltes finden wöchentliche Assessments statt und wenn Patient:innen es wünschen ein kontinuierliches Aktivitätsmonitoring. Dabei tragen die Patient:innen bis zu vier Sensoren an Hand- und Fussgelenken, die die Aktivität 24h am Tag aufzeichnen. Die Patient:innen können selbst entscheiden, ob sie die Sensoren durchgehend tragen oder für einige Stunden abziehen möchten. 

Die Sensordaten werden 1x pro Woche ausgelesen und für die Patient:innen in einem Aktivitätsprofil dargestellt. Das Profil beinhaltet die Tragedauer der Sensoren, den zeitlichen Armgebrauch, das Verhältnis zwischen linkem und rechtem Armgebrauch, das Aktivitätslevel (sitzende, leichte, moderate oder starke Aktivität) sowie die Anzahl der zurückgelegten Schritte. Diese Aktivitätsprofile geben einen differenzierteren Einblick in die Bewegungsaktivitäten von Patient:innen auch ausserhalb der Therapiezeiten und machen es möglich, den Therapieplan noch individueller an die Bedürfnisse anzupassen. 

Präzise Neurorehabilitation bringt viele Chancen 

Mit Präzisionsrehabilitation können Therapien noch individueller und wirksamer gestaltet werden. Das ermöglicht es, dass Patient:innen auf ihrem ganz persönlichen Weg der Genesung noch besser unterstützt werden können. 

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