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Neurorehabilitation und Fasten

In diesem Jahr beginnt der heilige Monat Ramadan in der ersten Maiwoche. Da die Gläubigen nur vor Sonnenaufgang (Suhoor) und bei Sonnenuntergang (Iftar) essen, verändert sich ihr Tagesrhythmus, einschließlich Schlaf-Wach-Rhythmus und Essensplanung. Bei gesunden Menschen kann das Fasten im Ramadan mit positiven physiologischen Veränderungen einhergehen, wie beispielsweise einer Gewichtsabnahme und einer Verbesserung des Blutfettspiegels.

 

Für Patienten in der Neurorehabilitation kann das Fasten jedoch aufgrund der Pathophysiologie, die die normale Glukosehomöostase stört, mit gewissen Risiken verbunden sein. Dies bedeutet, dass normale physiologische Prozesse im Körper, wie Körpertemperatur, Körperflüssigkeitszusammensetzung, Blutzucker und Blutdruck, aufgrund der bestehenden Erkrankung oder Verletzung unregelmäßig reguliert werden. Anders ausgedrückt: Patienten in der Neurorehabilitation müssen während des Ramadan eine zusätzliche Hürde überwinden.

 

Wie viel Wasser sollte ich während meiner neurorehabilitativen Behandlung im Ramadan trinken?

 

Wenn Sie im Rahmen Ihres neurorehabilitativen Therapieprogramms weiterhin Übungen durchführen, wird empfohlen, täglich mehr als 13 Gläser Wasser (150 ml) für Frauen und 17 Gläser Wasser (150 ml) für Männer zu trinken. Bewegungstherapie in Innenräumen und/oder Aktivitäten im Freien, insbesondere bei hohen Temperaturen und warmem Wetter, führen zu vermehrtem Schwitzen und damit zu einem höheren Flüssigkeitsverlust. Daher ist es wichtig, die Wasserzufuhr zu erhöhen, um diesen Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Achten Sie darauf, zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang ausreichend Wasser zu trinken und den Konsum von kohlensäurehaltigen und gesüßten Getränken einzuschränken.

 

Was sollte ich während des Ramadan essen, um die Ergebnisse meines Rehabilitationstrainings zu unterstützen?

 

Es ist verlockend, Kalorien durch frittierte Snacks, Süßigkeiten und reichhaltige traditionelle Gerichte aufzunehmen. Um jedoch die bisherigen Trainingserfolge zu erhalten, sollten die Mahlzeiten vollwertige Nährstoffe wie (flüssigkeitsreiches) Gemüse, Vollkornprodukte, Fleisch, Milchprodukte und Obst enthalten. Ausgewogene Mahlzeiten liefern ausreichend Energie für die langen Fastenstunden. Ein paar Tipps:

 

Teilen Sie Ihre tägliche Kalorienzufuhr auf Iftar und Suhoor auf und versuchen Sie, Ihr Fasten mit einer ausgewogenen Ernährung und langsamem Essen zu brechen. Suhoor ist zwar wichtig, aber auch beim Iftar sollten Sie auf eine ausgewogene Ernährung achten.

 

■ Vermeiden Sie Lebensmittel mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, z. B. Ghee, frittiertes Fleisch und Sambusek, sowie zuckerhaltige, cremige Desserts.

 

■ Vermeiden Sie Lebensmittel mit Transfetten, wie zum Beispiel frittierte Fast-Food-Produkte, Backwaren (Donuts, Kekse und gefrorene Süßigkeiten), pflanzliche Kaffeeweißer, bestimmte Margarinen und Pflanzenöle.

 

Achten Sie darauf, dass die grundlegenden Bedürfnisse Ihres Körpers gedeckt sind und nehmen Sie Nährstoffe aus allen Lebensmittelgruppen zu sich, die Ihrer Gesundheit am meisten zuträglich sind. Eine mögliche Aufteilung der Nährstoffe wäre:

 

– 20 % Protein, wie zum Beispiel: Fisch, Geflügel ohne Haut, Eier, Hüttenkäse, Joghurt, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte.

 

– 50-55 % Kohlenhydrate, wie zum Beispiel: Haferflocken, brauner Reis, Süßkartoffeln.

 

– <35 % Fett; vorzugsweise einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, z. B. Avocados, Nüsse (einfach ungesättigte Fettsäuren) oder Samen oder Fisch wie Lachs, Makrele, Forelle, Hering und Thunfisch (mehrfach ungesättigte Fettsäuren).

 

– Ballaststoffe aus unverarbeiteten Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Samen, Nüssen und Hülsenfrüchten sind vorzuziehen.

 

– Bei Bedarf ein oder zwei Zwischenmahlzeiten, zum Beispiel ein Stück Obst, eine Handvoll Nüsse oder Gemüse.

 

Sprechen Sie mit Ihrem Ernährungsspezialisten und bitten Sie um einen Ernährungsplan, der am besten zu Ihren individuellen Bedürfnissen passt.

 

Wie kann ich Medikamente mit dem Fasten während des Ramadan kombinieren?

 

Wenn Sie zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nichts essen oder trinken, kann dies Ihre Medikamenteneinnahme beeinträchtigen. Falls Sie Ihre Medikamente wie gewohnt morgens einnehmen, sollten Sie erwägen, die Einnahmezeit auf den Abend zu verlegen. Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, Apotheker oder Facharzt.

 

Um mehr darüber zu erfahren, wie Sie Ihre Rehabilitation während des Ramadan optimal nutzen können, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Rehabilitationsteam, damit dieses Ihre Behandlung an Ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen kann.

CERENEO PREVENTION