Ernährung als Pfeiler für eine erfolgreiche Rehabilitation

Henriette Saevil arbeitet seit Oktober 2021 mit Herz und Leidenschaft bei cereneo. Sie ist klinische Ernährungswissenschaftlerin mit einem zusätzlichen Diplom in Sporternährung. Bevor sie zum cereneo-Team gestossen ist, hat sie in der Ernährungsberatung bei Störungen des Magendarmtraktes, Essstörung und, Bariatrie gearbeitet. Henriette kocht gerne, liebt es, Zeit mit Menschen zu verbringen und ist gerne draussen aktiv beim Tennis, Skifahren und Wandern.

Gesunde und richtige Ernährung liegt dir am Herzen. Wieso?

Ich habe mich schon früh für Ernährung interessiert. Mein Bruder hat Homocystinuria. Bei dieser Krankheit kann der Körper Eiweiss nicht gut verarbeiten. Mein Bruder war deshalb lange bei einem Ernährungsberater in Behandlung. Mit der richtigen Ernährung konnte er die Krankheit gut unter Kontrolle bekommen. Das hat mich sehr beeindruckt und mein Interesse am Thema Ernährung geweckt.
Mit 17 bin ich dann für ein Austauschjahr an eine Highschool in die USA gegangen. Dort habe ich schnell gemerkt, dass es so viele Menschen gibt die gar nichts über Ernährung wissen. Ich habe mich in dieser Zeit selbst sehr schlecht ernährt und 13 kg zu genommen. Das hat mir gezeigt, wie wichtig Ernährung und das Wissen darüber ist und den Ausschlag dafür gegeben, dass ich nach der Schule Ernährungswissenschaften studiert habe.

Was ist dir wichtig, wenn du Menschen zum Thema Ernährung berätst?

Es gibt so viele Infos über die «richtige» Ernährung, aber nichts ist so richtig klar und ich treffe häufig Menschen, die das eher verwirrt, denn man liest ja immer wieder etwas anderes. Für mich ist das wichtigste, gute Ernährung einfach zu vermitteln. Es geht nicht darum schlank zu sein, sondern den eignen Körper zu kennen und zu mögen, zu wissen, was er braucht und herauszufinden, was einem gut tut und für einen funktioniert. Bei der richtigen Ernährung sollte es immer um Ausgewogenheit und Genuss gehen.

Bei gesunder Ernährung denken viele Menschen direkt an Einschränkungen und Verzicht, aber das muss nicht so sein. Essen soll Freude bereiten und einem ein gutes Gefühl geben.

Was umfasst eine gesunde und ausgewogene Ernährung?

Für eine ausgewogene Ernährung brauchen wir einen guten Nährstoffmix. Ausserdem ist es wichtig, regelmässig Mahlzeiten einzunehmen. Je nach Alter und Aktivitätslevel sprechen wir hier von 3-5 Mahlzeiten am Tag, wobei das kein MUSS ist. Wenn man keinen Hunger hat, muss man nicht essen, aber auch nicht so lange warten bis ein Heisshunger entsteht.

Kannst du das ein bisschen genauer erklären?

Ja, gerne. Ich finde hier das Model «the healthy plate» sehr hilfreich. Ein gesunder und ausgewogener Nahrungsmix sollte zu 50% aus Gemüse, 25% balaststoffreichen Kohlenhydraten und 25% Eiweiss bestehen, wie z.B. Poulet, Fisch, Hülsenfrüchte. Grundsätzlich gilt bei Proteinen lieber pflanzliche, als tierische und den Fetten lieber ungesättigte als gesättigte, wie z.B. Olivenöl oder Nüsse. Man darf auch manchmal naschen, sollte es dann aber ohne schlechtes Gewissen geniessen und als etwas besonders betrachten.

Was mir noch sehr am Herzen liegt ist Mindful Eating, also sich bewusst Zeit nehmen zum Essen. Das kommt heute bei den meisten viel zu kurz.

Was sind denn gute Kohlenhydrate?

Alle Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Sie können helfen, hohe Blutzuckerwerte zu senken und regen die Verdauung an.

Was ändert sich mit einer ausgewogenen Ernährung bei einem gesunden Menschen?

Wenn ein gesunder Mensch 3-5 Mahlzeiten pro Tag zu sich nimmt, sinkt der Blutzucker nie zu stark ab, die Verdauung hat aber trotzdem ausreichend Pausen. Dadurch fühlen wir uns mental und physisch besser. Man hat mehr Energie, einen besseren Schlaf, das Hautbild wird verbessert und die Konzentrationsfähigkeit steigt, ausserdem wird die sportliche Leistungsfähigkeit gesteigert.

Was kann eine individuelle und ausgewogene Ernährung bei unseren Patienten bewirken?

Es hat die gleichen positiven Auswirkungen auf den Energielevel, Konzentration und mentales und physisches Wohlbefinden, wie bei einem gesunden Menschen. Bei cereneo fokussieren wir stark auf eine eiweissreiche Nahrung und häufig müssen unsere Patienten kalorienreicher essen, als gesunde Menschen, aber vor allem sollen Sie mit Genuss essen.

Warum eine eiweissreiche Nahrung?

Der Körper hat durch eine Krankheit einen höheren Stressmetabolismus und dadurch einen höheren Eiweiss- und Kalorienverbrauch. Das Eiweiss ist besonders wichtig für unsere Muskel- und Körperfunktionen.

Was ist dir wichtig bei deiner Arbeit mit unseren Patient:innen?

Mir ist wichtig, dass unseren Patient:innen ihr Essen gut schmeckt und sie es geniessen.

Ich gehe bei unseren Patienten auch immer wieder Kompromisse ein. Wenn ein Patient oder eine Patientin z.B. gerne eine Pizza möchte, dann sollte das auch so sein, denn das motiviert. Totaler Verzicht kann sehr nachteilig sein.

Ich arbeite gemeinsam mit den Patient:innen an einer schrittweisen Änderung der Ernährung, die ihre Genesung und Gesundheit fördert und vermittle ihnen zusätzlich Wissen über Ernährung. Dabei gehe ich langsam und behutsam vor, denn alles auf einmal umzustellen, ist häufig sehr demotivierend und frustrierend. Gewohnheiten entstehen über eine lange Zeit und diese Zeit muss man sich auch bei einer Ernährungsumstellung nehmen, wenn sie nachhaltig sein soll.

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