Blog, Neuigkeiten & Downloads

CAREN – eine völlig neue Art der Neurorehabilitation

Dieser Artikel handelt von CAREN – einem Gangroboter und nicht, wie der Name vermuten lässt, von einem Menschen. CAREN steht für „Computer Assisted Rehabilitation ENvironment“ (Computergestützte Rehabilitationsumgebung). Weltweit gibt es derzeit etwa acht Exemplare dieses innovativen Roboters, einer davon befindet sich in unserer Klinik in Vitznau.

Was ist CAREN?

Dieser Roboter kann zum Training vieler Bewegungsdefizite eingesetzt werden, wie z. B. Gang, Gehgeschwindigkeit, Koordination, Dual-Task-Fähigkeiten, Gleichgewicht, peripheres Sehen und vieles mehr.

Der Begriff „Roboter“ wird CAREN nicht gerecht; es handelt sich vielmehr um eine umfassende, interaktive Rehabilitationsumgebung. Im Zentrum dieser Umgebung steht eine große, bewegliche Plattform mit zwei integrierten Laufbändern. Dadurch lassen sich unterschiedlichste Gehsituationen simulieren – von Steigungen und Gefällen bis hin zu Hindernissen und simulierten Erdbeben. Ergänzt wird dies durch einen 180-Grad-Bildschirm, auf den verschiedene Umgebungen und Spiele projiziert werden können. So tauchen die Patienten in eine virtuelle Welt ein, in der sie gezielt, möglichst realistisch und unter sicheren Bedingungen an ihren individuellen Rehabilitationszielen arbeiten können.

Wie funktioniert CAREN?

Aus Sicherheitsgründen werden die Patienten zunächst mit einem speziellen Gurt gesichert und mit selbstreflektierenden Markierungen versehen. Außerdem werden Bewegungssensoren (IMUs) oder EMG-Sensoren angebracht, um Echtzeit-Feedback zu erhalten.

Nach den Vorbereitungen können die Patienten in den ersten Trainingseinheiten eines der bestehenden Spiele oder Umgebungen auswählen. Unser Reha-Ingenieur oder die Programmierer des Forschungsinstituts LLUI (Institut der Universität Luzernsee), mit dem wir zusammenarbeiten, können die Umgebungen an die Wünsche und Bedürfnisse unserer Patienten anpassen oder neu gestalten. Die Patienten können im Stehen oder Gehen verschiedene Ziele verfolgen. Zur Verbesserung des Gangbildes gibt es beispielsweise die „Seilbrücke“, bei der man auf einem Laufband in einer vom Therapeuten oder vom Patienten selbst gewählten Geschwindigkeit über eine Brücke geht. Oder die „Italienischen Alpen“, bei denen man Pizza-Zutaten auf einer Straße sammeln muss, indem man auf dem Laufband mehr nach rechts oder links tritt. Besonders anspruchsvoll sind „Mikroben“ oder „Störung“, bei denen man entweder seinen Gang anpassen muss, um einem virtuellen Objekt auszuweichen, oder durch äußere Einflüsse (Bewegungen der Plattform oder des Laufbands) gestört werden muss. Ein weiteres Beispiel ist der „Drachenflieger“, bei dem man gleichzeitig gehen und einen Drachen steuern muss, um die Fähigkeit zur gleichzeitigen Bewältigung von Aufgaben zu verbessern.

Was ist das Besondere an CAREN?

Dieser Roboter vereint mehrere Funktionen in einem Gerät und kann daher viele Defizite gleichzeitig behandeln. Eine weitere Besonderheit ist seine Anpassungsfähigkeit: Patienten können in Umgebungen oder Spielen trainieren, in denen sie sich am wohlsten fühlen oder die sie am meisten motivieren. Dank der Sensoren werden alle Trainingsdaten in Echtzeit erfasst und analysiert. Durch die Echtzeitmessung erhalten Patienten sofortiges Feedback zu Fehlhaltungen oder unregelmäßigen Gangmustern und können diese direkt unter Anleitung des Therapeuten korrigieren.

CERENEO PREVENTION