

Das Training bei Bewegungsdefiziten basiert auf gezielter Belastung und intensivem Üben. Je nach Schweregrad der Parese oder des motorischen Defizits konzentrieren wir uns zunächst auf den passiven Bewegungsumfang des Patienten. Anschließend folgen aktive Übungen zur Stimulation der Muskelaktivität (z. B. Übungen zur Aktivierung des Haltungsreflexes in geschlossener Kette, wie z. B. Brückenübungen). Darauf aufbauend werden Übungen zur willkürlichen Muskelkontrolle in halboffener und offener Kette (z. B. Greifbewegungen) durchgeführt. Im Anschluss daran folgen komplexere funktionelle Bewegungsmuster und schließlich die vollständige Ausführung von Aufgaben.
Mit zunehmender Komplexität der Aufgaben steigen auch die Anforderungen an kognitive und visuelle Fähigkeiten. Daher kombinieren wir neuropsychologisches und visuelles Training mit Bewegungstraining, um den Therapiefortschritt des Patienten zu unterstützen. In diesen Phasen werden die motorischen Übungen hinsichtlich Schwierigkeitsgrad und Wiederholungszahl kontinuierlich gesteigert, um einen hohen Lernreiz aufrechtzuerhalten. Wir trainieren so intensiv, wie es der Patient zulässt.
Die Intensität wird üblicherweise durch zwei Faktoren begrenzt: Motivation und kardiorespiratorische Fitness. Die Motivation wird vom gesamten Team, einschließlich des Pflegepersonals, gezielt gefördert und optimiert. Dabei werden Elemente wie Belohnung, Feedback und Wohlbefinden berücksichtigt. Die Fitness wird mittels Spiroergometrie gemessen und bei geringer Fitness durch herzfrequenzgesteuerte medizinische Trainingstherapie verbessert. Bei ausgewählten Patienten wird die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) oder die Magnetstimulation (TMS) zur Unterstützung von Lernprozessen im Gehirn eingesetzt.